Organisation und Durchführung eines internationalen Workshops (Station C23 mit Iacopo Gallico)
Landschaftshotel - Konzept
In den schrumpfenden Städten existiert ein Überschuss an „nutzlos“ gewordenen Flächen. Zwischenzonen breiten sich aus: undeterminierte Übergangszonen, Restflächen, Abbruchflächen. Eine Vielzahl von Räumen befindet sich in einem Umwertungs- und Umdeutungsprozess. Sie befinden sich in Zwischenzuständen, sind instabil. Was geschieht in den schrumpfenden Städten mit den Zwischenzonen?
Das Ziel dieses Projektes ist es weniger nach neuen Nutzungen für die zunehmende Zahl an Zwischenzonen zu suchen, sondern vielmehr diese Räume wieder in die Alltagsroutine der Bewohner einzubinden. Es muss möglich sein aktiv an diesem Transformationsprozess beteiligt zu sein.
Das Problem liegt bei dieser Sichtweise nicht länger an den fehlenden Nutzungen oder nachlassenden ökonomischen Verwertungsinteressen für ein Überangebot an Raum, sondern an den fehlenden Räumen, in denen Kommunikation, Konflikte und Konfrontationen über diese Zwischenzonen entstehen kann, zugelassen und ausgetragen wird.
Das Landschaftshotel kann als ein Instrument verstanden werden, das in diesem interaktiven Prozesse vermittelt, ihn provoziert und unterstützt. Das Landschaftshotel verankert die scheinbar „nutzlosen“ Zwischenzonen als kollektive Ressource einer Region im Bewusstsein der Bewohner.
Landschaftshotel - 1:1 Experiment
Im Spätsommer 2004 wurde für wenige Tage in Bitterfeld auf dem Schumannplatz eine Lobby des Landschaftshotels geöffnet. 15 TeilnehmerInnen eines internationalen Workshops waren zuvor in der Region Bitterfeld/ Wolfen auf Raumsuche unterwegs und präsentierten nun Passanten Ausschnitte ihrer jeweilig persönlichen Sammelvorlieben. Der einmal gelegte Grundstock des Landschaftshotels wuchs schnell an. Raumvorschläge von Passanten und die mit den Räumen verbundenen Erinnerungen und Geschichten wurden aufgenommen, Informationen zu bereits registrierten Räumen ergänzt. Räume konnten ausgewählt und für eine bestimmte Zeit gebucht werden. Den Räumen wurden Namen gegeben. Ein „Zimmerservice“ wurde simuliert. Was hindert dich daran deine Ideen umzusetzen? Was brauchst du dazu? Mit einer Photoshop-dream-session konnten sich Passanten mit ihrer Idee in ihrem Wunschraum verwirklichen. Diskussionen wurden provoziert.
STATION C23 mit Iacopo Gallico (Stalker) und der Stadt Bitterfeld
Teilnehmer:
Sigrun Langner, Michael Rudolph , Iacopo Gallico , Lars Ehlers, Oswald Devisch, Karl Beelen , Karin Thomsen, Thomas Thoss, Katrin Staiger, Bénédict Berna, Daniela Pastore, Michaela Finarelli, Paola Fusco, Sara Ferazzoli, Alessandra Glorialanza, Viola Mordenti, Eliana Saracino, Marco Colaiacomo, Davide Sacconi